Fachbereich Akutpsychosomatik (Erwachsene)

Fachbereich Akutpsychosomatik (Erwachsene)

Hier behandeln wir Patienten mit akuten Essstörungen. Besonders spezialisiert sind wir auf die Therapie von Magersucht, Bulimie und Binge Eating Störungen.

Akutpsychosomatik für Erwachsene: Schwerpunkt Essstörungen

In der Klinik für Akutpsychosomatik für behandeln wir Patienten mit akuten Essstörungen. Wir sind spezialisiert auf die Therapie von Anorexie, Bulimie und Binge-Eating-Störungen. Mit derzeit 94 vollstationären und 6 teilstationären Betten sind wir die größte akutpsychosomatische Klinik in Niedersachen und behandeln jährlich ca. 600 Patienten. Damit verbunden ist eine hohe Behandlungsqualität. Patienten, die an Essstörungen  leiden, erkranken häufig aufgrund der Essstörung auch körperlich. In unserer Klinik behandeln wir daher nicht nur psychische Ursachen der Essstörung, sondern auch die körperlichen Beschwerden.

Die Behandlung in unserer Akutpsychosomatik erfolgt auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und ist leitlinienorientiert. Qualifiziertes ärztliches, therapeutisches und pflegerisches Personal unterstützt Sie beim Heilungsprozess. Wir verfügen über eine hohe internistische Fachkompetenz, um somatische Komorbiditäten (körperliche zusätzliche Krankheiten) optimal zu behandeln. Hierfür nutzen wir eine umfassende apparative, medizintechnische Ausstattung.

Was wir behandeln

Um in unsere Klinik aufgenommen zu werden, gibt es keine untere Gewichtsuntergrenze. Adipöse Patienten können wir bis zu einem Körpergewicht von 350 kg aufnehmen.

In einigen Fällen können Patienten aufgrund Ihres Gesundheitszustands nicht zu einem Vorgespräch oder einer prästationären Untersuchung zu uns kommen. Dann entscheiden wir auf Basis der uns vorliegenden medizinischen Unterlagen sowie Gesprächen mit vorbehandelnden Ärzten, Therapeuten und dem Patienten selbst, ob eine Aufnahme möglich ist.

Diese Krankheitsbilder behandeln wir:

  • Extreme Anorexia nervosa (absichtlich herbeigeführter oder aufrechterhaltener Gewichtsverlust / Magersucht) (BMI kleiner 13 kg/m²)
  • Anorexie nervosa ab BMI 13 kg/m²
  • Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht)
  • Binge-Eating-Störung (impulsive, nicht kontrollierbare Essanfälle)
  • Adipositas im Rahmen von Binge-Eating-Störungen
  • sonstige Essstörungen

zusätzlich behandeln wir somatische (körperliche) Begleiterkrankungen, wie:

  • Depressionen
  • Ängste
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Zwänge und Zwangsstörungen
  • Chronische Schmerzstörungen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien
  • Osteoporose (Reduktion der Knochendichte)
  • Blutbild-Veränderungen infolge herabgesetzter Blutbildung bei Knochenmarkdepression
  • verminderte Hormonproduktion (Geschlechtshormone, Schilddrüsenhormone)
  • kardiovaskuläre Begleiterkrankungen, z.B. Perikaderguss, Herzrhythmusstörungen, arterielle Hypertonie

Patienten mit extremen Untergewicht werden in Kleinstgruppen oder in Eins zu Eins Betreuung engmaschig betreut.  Es finden tägliche einzeltherapeutische, gruppentherapeutische und medizinische Kontakte statt.

Alle Krankheitsbilder von A-Z

  • Adipositas
  • Andere unspezifische Essstörungen
  • Andere unspezifische Essstörungen
  • Anorexie
  • Komorbiditäten bei Essstörungen wie u.a.: Ängsten, Depressionen, Zwänge, Burn out, somatformen Schmerzstörungen, Adipositas, funktionelle Störungen, somatopsychischen Erkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Hypertonus, Ulcera ventriculi und z. N
  • Magersucht
  • Übergewicht

Wie wir Sie behandeln

Diagnostik

Da bei unseren essgestörten Patienten häufig körperliche Begleit- und Folgeerkrankungen bestehen, legen wir großen Wert auf eine gründliche körperliche Untersuchung und Diagnostik, inklusive einer somatisch-apparativen Diagnostik und Behandlung. Dies geschieht zunächst durch eine ausführliche Anamneseerhebung und eine körperliche Untersuchung durch unsere Fachärzte. Wir beziehen dabei immer auch Ihre Vorbefunde mit ein und besprechen uns im Team, um eine interdisziplinäre, fachärztlich-differentialdiagnostische Einschätzung zu erhalten.

Apparative Diagnostik

  • Monitoring (herzfrequenz, Blutzucker, Temperatur, Gewicht etc.)
  • Klinisch-chemisches Labor, inklusive Blutgasanalyse
  • Ruhe-EKG
  • Langzeit-EKG
  • Langzeit-Blutdruck-Messung
  • Echokardiografie (inklusive Farbdoppler-Echokardiografie)
  • Sonografie (Ultraschall): Abdomen (Bauch) (inklusive Harnblase), Schilddrüse, Speicheldrüsen
  • Farbduplexsonografien der extracraniellen Gefäße und der Extremitätengefäße (arteriell und venös)
  • Lungenfunktionsprüfung (inklusive Bestimmung der Resistance)

Bei Patienten mit starkem Untergewicht oder kardialen (das Herz betreffenden) Problemen führen wir eine Monitorüberwachung durch. Die ärztliche Betreuung ist sehr engmaschig und beinhaltet regelmäßige Chef-/Oberarztvisiten und stationsärztliche Sprechstunden sowie stationsärztliche Kontakte.

Falls notwendig, werden fachübergreifende Konsiliaruntersuchungen eingeleitet. Dazu arbeiten wir auch engmaschig mit niedergelassenen Fachärzten und umliegenden Kliniken zusammen. 

Therapie

Unser Behandlungsangebot umfasst psychotherapeutische Einzel- und Gruppentherapien. Die psychotherapeutischen Behandlungen sind integrativ und umfassen kognitiv-verhaltenstherapeutische und tiefenpsychologisch-psychodynamische Therapien.

Die psychotherapeutischen Gesprächsgruppen finden in Kleingruppen (10-12 Patienten) statt. Sie werden ergänzt durch non-verbale Therapieverfahren (z.B. Tanztherapie, Konzentrative Bewegungstherapie, Kunsttherapie). 

Wir betreuen unsere Patienten hier in einer großen Mittagsgruppe beim Essen.

Wir überwinden soziale Isolation, setzen uns kollektiv kritisch mit eigenen Wertesystemen auseinander und korrigieren gemeinsam Ihr Essverhalten. Das Gemeinschaftsgefühl, das bei der Gruppentherapie gefördert wird, ist ein relevanter Wirkfaktor für Ihren Therapieerfolg.

Unsere Therapiebausteine im Überblick:

  • Wöchentliche, psychotherapeutische Einzelgespräche: In den Einzelgesprächen identifizieren und therapieren wir Störungen des Denkens, Handelns und Erlebens.
  • Gruppenpsychotherapie: In der Gruppenpsychotherapie erproben und erleben Sie gemeinsam und unter Anleitung Ihres Bezugspsychotherapeuten Situationen und Verhaltensweisen aus dem Alltag. Dies geschieht in einem kontrollierten und wohlwollenden Rahmen.
  • Ärztliche Visiten: Gemeinsam mit Ihrem behandelnden Oberarzt reflektieren Sie hier Ihren Behandlungsverlauf und die gesetzten Therapieziele.
  • Körperbildarbeit: Bei der Körperbildarbeit sollen Sie lernen, auf Ihren Körper bezogene negative Gedanken zu identifizieren und zu verändern. Es sollen negative Gefühle und Einstellungen dem eigenen Körper gegenüber abgebaut werden. Durch gezielte Übungen unterstützen unsere Therapeuten Sie, auch positive Aspekte Ihres Körpers zu entdecken.
  • Therapeutisch begleitetes Essen: Ökotrophologen begleiten Sie in diesem Setting engmaschig, um zu einem eigenverantwortlichen und geregelten Essverhalten zurückzufinden.
  • Ernährungsberatung: In wöchentlichen Einzelgesprächen mit Ihrem Bezugsernährungstherapeuten erstellen Sie gemeinsam einen individuellen Wochenessensplan und reflektieren die selbst gesetzten Ziele.
  • Einkaufstraining: Gemeinsam mit Ihren Bezugsernährungstherapeuten gehen Sie zum Einkaufen, um erarbeitete Verhaltensänderungen praxisrelevant umzusetzen.
  • Lehrküche: Hier werden alltagstaugliche Gerichte zubereitet mit entsprechenden Portionsmengen und einer ausgewogenen Komponentenauswahl. Sie lernen wieder die Wahrnehmung von Hunger und Sättigung zu spüren, um sich wieder auf ihr Gefühl beim Essen zu verlassen.
  • Löffeltraining: Beim Löffeltraining geht es um ein Portionsmengentraining zum Einüben üblicher Portionsgrößen. Sie werden hier lernen, das Portionsmaß mit Löffeln zu bestimmen.
  • Konzentrative Bewegungstherapie: Erinnerungen werden durch Bewegungen belebt und in körperlichen Haltungen und Ihrem Verhalten ausgedrückt. In der konzentrativen Bewegungstherapie lernen Sie, Ihren Körper besser wahrzunehmen.
  • Kunsttherapie: In der Kunsttherapie kommen unterschiedliche Materialien zum Malen, Zeichnen und plastischen Gestalten zum Einsatz. Sie werden angeregt, Neues zu probieren, zu experimentieren und Dinge auszudrücken, für die Ihnen vielleicht sonst die Worte fehlen. Unterschiedliche künstlerische Methoden und Techniken unterstützen diesen Prozess. Geleitete Imaginationen und Achtsamkeitsübungen sollen den Weg zu inneren Bildern bahnen, die im vertrauten Rahmen dargestellt, und mit Abstand betrachtet und kommuniziert werden können.
  • Musiktherapie: In der Musiktherapie werden Sie wieder zu ihrem eigenen Körperempfinden geführt. In der Klangtherapie setzen wir Therapieinstrumente, wie kleine Leiern, Kontrabass, Cello, Klangschalen, Monochord ein, was zur Entspannung und Reaktivierung führen kann. Kreisende Gedankengänge können durch das Musizieren unterbrochen werden. Das Arbeiten mit verschiedenen Schlaginstrumenten (Trommeln, Xylophone) dient als Ventil für unterdrückte Gefühle. Wut, Trauer, Unzufriedenheit und Schmerz können dadurch zum Ausdruck kommen.
  • Tanztherapie: Die Tanztherapie soll Ihre Körperwahrnehmung stärken und Emotionen und Gefühle  durch Bewegungen auszudrücken und Sie so in Ihrer Krankheitsbewältigung unterstützen.
  • Entspannungsverfahren: u. a. Yoga, Progressive Muskelentspannung, Qi Gong
  • Indikative Gruppenangebote: für Depressionen, Soziale Kompetenz, Emotionsregulation
  • Physiotherapie
  • Sporttherapeutische Angebote: Je nach Indikation stellen wir ein individuelles Sport- und Bewegungsprogramm zusammen, z. B. Aquagymnastik, Walking, Medizinisches Aufbautraining. 
  • Spezialtherapeutische Freizeitangebote
  • Eltern- und Familiengespräche: Um eine erfolgreiche Behandlung durchführen zu können, ist es wichtig, neben dem Betroffenen auch die Bezugspersonen in den therapeutischen Prozess mit einzubeziehen. Betroffene und Angehörige sollen auf den gemeinsamen Alltag und einen genesungsförderlichen Umgang miteinander vorbereitet werden. Neben bezugstherapeutischen Einzelgesprächen mit den Angehörigen bietet die Klinik quartalsweise ein speziell auf die Bedürfnisse von Angehörigen zugeschnittenes Seminar an, in dem sie Informationen über Essstörungen (Entstehung, Diagnose, medizinische Komplikationen, Behandlung, Bewegung, Ernährung etc.) erhalten. Sie haben dort auch die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen über Erfahrungen und Probleme auszutauschen.
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Qualifizierte Bezugspflege

Unsere qualifizierten Pflegekräfte sind rund um die Uhr für unsere Patienten da.

Eine der Hauptaufgaben der Pflege ist es, Sie in Ihrem Heilungsprozess zu begleiten und Sie dabei zu unterstützen, in einem psychisch, physisch und sozialen Gleichgewicht zu bleiben und/ oder ein neues zu finden.

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Wer Sie behandelt

Martin Lotze

Martin Lotze

Chefarzt der Klinik für Akutpsychosomatik

Dr. med. Gudrun Siever-Heimeshoff

Dr. med. Gudrun Siever-Heimeshoff

Oberärztin der Klinik für Akutpsychosomatik Erwachsene

Dr. Bianca Schwennen

Dr. Bianca Schwennen

Leitende Oberärztin der Klinik für Akutpsychosomatik Erwachsene

Wie Sie uns kontaktieren können

Bettina Barkovits

Bettina Barkovits

Patientendisposition Klinik für Akutpsychosomatik

MEDICLIN Seepark Klinik